VERSCHWÖRUNG GEGEN DIE ZUKUNFT –
IN MEMORIAM JOHN F. KENNEDY

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Arbeit 1: „AUS DER NEUEN WELT“

VISION UND WIRKLICHKEIT
Mit Dave Powers sprach John F. Kennedy hin und wieder über ein Attentat. Powers meinte, es könne mit einem starken Gewehr, Zielfernrohr, von einem hohen Gebäude aus passieren – in der Innenstadt mit Konfetti und großen Menschenmengen und soviel Lärm, dass niemand sagen kann, aus welcher Richtung geschossen wurde.

Tübingen, Freitag, der 23. November 1963.
Gegen 21.30 Uhr wurde in der Aula der Universität Tübingen ein Konzert, das auch ich besuchte, abgebrochen. Gespielt wurde die 9. Symphonie e-moll, op. 95, „Aus der Neuen Welt“, von Antoni Dvorak. Es erklang, von feierlichen Bläserakkorden eingeleitet, der Hauptsatz, das Largo, eine der gedankentiefsten, weltverlorenen Schöpfungen Dvoraks, Eindrücke, die er angeblich von der Begräbnisszene in Longfellows "Lied von Hiawatha" erhielt und deren Wehmut und Melancholie sich niemand entziehen kann. Da betrat der Rektor de Universität die Bühne und teilte uns mit, was in Dallas geschehen war.

Dallas, Freitag, der 23. November 1963.
11.50 Uhr, Ortszeit Dallas, verließ Präsident John F. Kennedy in einer Wagenkolonne den Flughafen Love Field in Richtung Innenstadt. Als die Präsidentenlimousine um 12.30 Uhr von der Elm Street in die Houston Street einbog, fiel eine Serie von Schüssen. Präsident Kennedy wurde an der Schulter getroffen und der Gouverneur von Texas, John Connally, im Rücken. Wenige Sekunden später drang eine Kugel in Präsident Kennedys Kopf ein. Um 13 Uhr wurde er für tot erklärt.

Für mich war diese Nachricht damals genauso unfassbar wie die der jüngeren Ereignisse vom 11. September.
Nie werde ich das Entsetzen des Publikums und auch mein eigenes vergessen.
Für immer wird die Musik der 9. Symphonie „Aus der Neuen Welt“, von Antoni Dvorak mit der Erinnerung an
John F. Kennedy verbunden sein.

Dvorak wirkte als Direktor des National Conservatory in den Jahren 1892-94. Das Schulgebäude wie auch Dvoraks Wohnung lag in der East 17th Street. Hier entstand die Symphonie „Aus der Neuen Welt“, die am 15. Dezember 1893 in der Carnegie Hall ihre Uraufführung erlebte.

Kennedy, nicht nur ein amerikanischer Mythos – für viele meiner Generation war er damals der Präsident einer „Neuen Welt“, ein Präsident, der inspirierte, der Hoffnungen auf eine bessere Zukunft weckte.

VERSCHWÖRUNG GEGEN DIE ZUKUNFT
IN MEMORIAM JOHN F. KENNEDY

„Terror ist keine neue Waffe. Zu allen Zeiten der Geschichte haben stets jene sie angewandt, die weder durch Zureden noch durch ihr Vorbild zum Ziele kommen konnten. Sie alle aber mussten und müssen scheitern – entweder weil Menschen sich nicht fürchten, für ein lebenswertes Leben zu sterben, oder weil die Terroristen selber merken, dass freie Menschen durch Drohungen nicht einzuschüchtern sind und Aggression den Lohn empfängt, den sie verdient."
John F. Kennedy