VOM SKARABÄUS ZUM NEW BEETLE

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Ausstellung des Kunstvereins Bad Salzdetfurth
12. Juni - 5. September 1999
im Kunstgebäude Schlosshof Bodenburg
Schirmherr: Gerhard Glogowski
Ministerpräsident des Landes Niedersachsens

Kurator der Ausstellung: Hans-Werner Kalkmann
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, zu bestellen unter:
www.kunstverein-bad-salzdetfurth.de

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Otto ALMSTADT (D) - Otmar ALT (D) - Ernest ALTÉS (E) - Anatol HERZFELD (D) - ANONYM - ANTOINETTE (D) - Carmen BAENA (E) - Robert BARAMOV (BUL) - Irene BAUER-CONRAD (D) - Moritz BAUMGARTL (D) - Evgen BAVCAR (F) - Thomas BAYRLE (D) - Jürgen BRODWOLF (D) - Gudrun BRÜNE-HEISIG (D) - Charlotte BUFF (D) - Costantino CIERVO (D) - Zbigniew DOWGIALLO (PL) - Beate DROTSCHMANN (D) - WP EBERHARD EGGERS (D) - Rolf ESCHER (D) - H.R. GIGER (CH) - Fritz GILOW (D) - Ginevra GODIN (D) - Gabriele GROSSE (D) - Ryszard GRZYB (PL) - Johannes HEISIG (D) - Werner HENKEL (D) - Cornelia HESSEHONEGGER (D) - Volker HILDEBRANDT (D) - Klaus HILGENDAG (D) - Siegfried Otto HÜTTENGRUND (D) - Ulrich KLIEBER (D) - Robert KNOKE (USA) - Dorothea KNOOP (D) - Jirí KOLÁR (F) - Konrad KUJAU (D) - Nikolaus LANG (D) - Iain MacMILLAN (GB) - Gabriele MUSCHEL (D) - Yves NETZHAMMER (CH) - Ursula NEUGEBAUER (D) - Hartmut NEUMANN (D) - Rolf NICKEL (D)- Oswald OBERHUBER (D) - Marianne OGILVIE (D) - Quesi OWUSU-ANKOMAH (D) - PUBLICIS/HAL RINEY, San Francisco und PUBLICIS, Frankfurt/M. - Siegfried RISCHAR (D) - Paul ROXI (D) - Hartmut RÜGER (F) - Txuma SÁNCHEZ (E) - Michael SCHOENHOLTZ (D) - Helmut SCHWEIZER (D) - Jörg SIEGELE (D) - Marek SOBCZYK (PL) - Núria SOLSONA (E) - Klaus STAECK (D) - Eugeniusz GET STANKIEWICZ (PL) - G.L. TERZENBACH-LILLEQUIST (D) - Sacha TRÖGER (E) - UNIKAT - Dieter Cornels VEERO (D) Wolf VOSTELL (D) - Petrus WANDREY (D) - Andy WARHOL (USA) - Josef WINKLER (A) - Lutz WINKLER (D) - Jo WINTER (D) - Ryszard WOZNIAK (PL) - Pepe YAGÜES (E)

Auszug aus dem Katalog:
Ein schwarzer, unscheinbarer Käfer, der in einer Dungkugel seinen Nachwuchs mit den Hinterbeinen schiebend in die wärmende Sonne rollt und ein Fahrzeug – ausgestattet mit neuster Technik als Themenvorgabe für eine Kunstausstellung?

Im Bewusstsein, dass zwischen diesen beiden Endpunkten fast 4000 Jahre Geschichte liegen, in denen der Mensch sich ständig auf der Suche nach dem Glück befindet, greift Irene Bauer-Conrad in ihrem zweiteiligen Werk „DER PILLENDREHER“ unser Thema auf. Der mit dieser Suche verbundenen Versuch, das Glück mit den unterschiedlichsten Mitteln – bis hin zur Persönlichkeitsveränderung - sogar erzwingen zu wollen, wird in der Recherche Bauer-Conrads hervorragend zur Anschauung gebracht.

So waren es die Herzskarabäen, die dem Verstorbenen das Glück der Wiedergeburt garantieren sollten. In Herznähe auf des Toten Brust der jeweiligen Mumie platziert, hatte dieser Skarabäus die Aufgabe des Druckmittels bis hin zur beschwörenden Erpressung, um so Einfluss auf das Herz zu nehmen und dessen Aussage vor dem Jenseitsgericht zu verhindern. Diese Veränderung der Persönlichkeit wird auf heute neben vielen anderen Methoden auch durch die Einnahme von Ecstasy o. ä. Pillen erreicht, die wie der ägyptische Skarabäus ebenfalls mit Glücksbringersymbolen versehen sind. Die „Pillendreher“ von heute bedienen sich nach wie vor einer uralten Technik, die sich bis hinein in die Werbeprospekte für den „New Beetle“ zieht: „... einsteigen, losfahren und die Welt ist wieder rund“. Um dem Besucher der Ausstellung mit den Hintergründen dieser komplexen Thematik vertraut zu machen, fügt die Künstlerin ihrem Beitrag einen Recherchekasten hinzu und öffnet auf diese Weise auch die Tür zu ihrem Atelier.
Katalogtext von Hans Werner Kalkmann