SPUREN DER ZEIT
SAXA LOQUUNTUR - DIE STEINE REDEN

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Der Fotozyklus "SAXA LOQUUNTUR - DIE STEINE REDEN" entstand anlässlich der Installation in der Winterhalle des Botanischen Gartens zum Thema UN-ORDNUNG im Juli 1997 in München.

Bei meiner Spurensuche im Botanischen Garten entdeckte ich eine ca. 50 Meter lange Mauer, die vorerst nicht sonderlich interessant erschien. Erst beim nahen Betrachten entdeckte ich unter dem mit Ziegeln, Metall und Dachpappe geschützten Mauerdach ein nur ca. 10 cm breites Fries mit den auf- und anregendsten Spuren und Zeichen. Der verschiedene Putz der Wand, das erdige Rot der schützenden Ziegel, der Grünspan des Metalls und die von der Sonne geschmolzenen Teerspuren der Dachpappe vermischen und vereinigen sich zu eigenen Bildern.

Die Oberfläche steckt voller Geheimnisse, Geschichten und verschlüsselten Botschaften. Auf den ersten Blick erscheinen die Spuren ungeordnet und chaotisch. Beim genaueren Hinsehen kann man aber eine gewisse Ordnung und Gesetzmäßigkeit entdecken. Obwohl es sich um ein Produkt der Natur - nur dem Zufall unterworfen - handelt, erscheinen die Bilder koordiniert, komponiert und arrangiert, wenn man einen richtigen Ausschnitt wählt.

Sprechen die Steine? Wer will, wer sich darauf einlässt, kann mit diesen nicht von Menschenhand geschaffenen Zeichen Kontakt aufnehmen. Kalligrafische Assoziation, aber auch skizzenhafte Kürzel für menschliche Wesen entstehen in dem Kopf des Betrachters.
Sind sie deutbar?
IBC!